Die in seiner Wurzelknolle enthaltenen Scharfstoffe Shogaol und Zingeron sind verantwortlich für die unverkennbar scharfe, würzige Note des Ingwers (Zingiber officinale). Damit punktet er nicht nur in der Küche. Er gehört zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt. Besonders roh bietet er wertvolle Inhaltsstoffe wie Magnesium, Kalzium, Eisen, Phosphor, Kalium und Natrium. Er ist reich an Vitamin C und ätherischen Ölen. Dem Hauptwirkstoff des Ingwers – Gingerol – werden entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugesprochen. Damit soll er zur Stärkung des Immunsystems, zur Linderung von Entzündungen oder zur Unterstützung der Fettverbrennung beitragen. Und wer kennt sie nicht, die Ingwerbonbons? In altbewährten Hausmitteln gegen Erkältung, Reiseübelkeit, Verdauungsbeschwerden oder Brechreiz ist die Knolle enthalten.
Von Peru, Indien und China nach Steinmaur
Ingwer wächst traditionell in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas auf grossflächig angelegten Plantagen. Doch seit 2010 kultiviert Familie Müller auf ihrem Bio-Knospe-Betrieb in Steinmaur (ZH) auch lokalen Ingwer. «Er liebt konstant warmes, sonniges Wetter und eine regelmässige Wasserversorgung; diese Klimaregelmässigkeit ist hier im Freiland nicht gegeben, darum produzieren wir ihn im geschützten Anbau», erklärt Betriebsleiter Stephan Müller. Sollte sich der Klimawandel weiter entwickeln, könne auch der Freilandanbau geprüft werden, betont er. Seine Ingwerknollen basieren hauptsächlich auf Mutterknollen aus Peru, Indien und China mit fruchtigen, nicht zu scharfen Aromen. Gepflanzt wird im Zürcher Unterland in mehreren Abschnitten ab Ende März. Die Ernte startet dann meistens Anfang oder Mitte August.