In Asien wie auch im Mittelmeerraum reicht die Technik, Lebensmittel durch Fermentation zu konservieren, über Jahrtausende zurück. Wir nehmen heute fast täglich Fermentiertes zu uns, ohne uns dessen immer bewusst zu sein. Im Gegensatz zu anderen Formen des Haltbarmachens, wie etwa einkochen, dörren oder einfrieren, funktioniert fermentieren ohne zusätzliche Energie und ohne künstliche Konservierungsstoffe. Das macht es besonders umweltschonend und natürlich. So einfach scheint es: Zerkleinertes Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide in Salz und Wasser einlegen, und der Prozess kann beginnen. Doch was passiert da genau?
Bio besonders geeignet
Beim Fermentieren entstehen biochemische Prozesse, bei denen Mikroorganismen durch Stoffwechsel Lebensmittel verändern. Unter Ausschluss von Sauerstoff gedeihen Milchsäurebakterien. Sie gehören zu den wichtigsten Bakterienarten für eine natürliche Fermentation. Und sie vermögen den Zucker, von den in einer Lake aus Wasser und Salz eingelegten Lebensmitteln, in Milchsäure umzuwandeln. Der pH-Wert sinkt, ein Säureumfeld entsteht, in dem sich schädliche Keime oder Schimmel nicht vermehren können. Zum Fermentieren in Salzlake sind grundsätzlich alle saisonalen Gemüse- und Obstsorten geeignet. Erfahrungswerte zeigen hierbei, dass Erntegut aus Biolandbau im Gegensatz zu chemisch-synthetisch behandeltem Gemüse oder Obst eine deutlichere und vorteilhaftere Mischung an Mikroorganismen aufweist. Bei Obst verläuft die Fermentierung schneller als bei Gemüse. Sein Zuckergehalt leitet den Gärungsprozess rascher ein, was bekanntlich Most und Wein entstehen lässt. Auch mithilfe einer sogenannten Starterkultur lässt sich fermentieren. Solche Kulturen kommen zum Beispiel für Joghurt oder Sauerteigbrot zum Einsatz.