«Unsere Tiere wollen wir zahm halten, damit ein ruhiges Miteinander möglich ist.»

Der Demeter-Hof Oberholz von Alexandra Maier und Martin Bigler liegt mit seinen 30 Hektaren in Rubigen (BE). Was ihnen als «Milchgenuss mit Respekt»-Bauern im Umgang mit ihren Tieren am wichtigsten ist, wo sie Herausforderungen sehen und was sie sich von den Milchkonsumentinnen und -konsumenten erhoffen, erzählt Alexandra im Porträt.

Die 27 Milchkühe der Bauernfamilie von Alexandra Maier und Martin Bigler leben in einem grossen, offenen Laufstall. Dieser lässt es den Kühen frei, sich drinnen oder draussen aufzuhalten. «Im Sommer sind die Kühe lieber nachts draussen. Kühe mögen hohe Temperaturen nicht und bleiben ab ca. 25 Grad lieber im Schatten. Wenn es bewölkt ist oder nieselt, dann sind sie eher draussen anzutreffen, denn dieses Wetter behagt ihnen mehr», erzählt Bäuerin Alexandra. Die Kühe gehören zum Typ Schweizer Fleckvieh und sind der ganze Stolz ihrer Besitzer: «Einer der Gründe, wieso ich Landwirtin geworden bin, ist die grosse Leidenschaft für Milchkühe», erzählt Alexandra lächelnd. Sie lebt seit 20 Jahren auf dem Hof in Rubigen. Martin, ihr Mann, ist auf dem Oberholz-Hof aufgewachsen. So hilft auch Martins Vater auf dem Hof mit und geht dem Bauernpaar zu Hand sowie ein bis zwei Lernende.

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Ein vertrauensvoller Umgang
Wer Alexandra im Umgang mit ihren Kühen beobachtet, dem wird schnell klar, Kühe sind für sie nicht nur Milchproduzentinnen: «Wir pflegen einen vertrauensvollen Umgang mit den Tieren, da gehören auch mal Streicheleinheiten dazu. Unsere Tiere wollen wir zahm haben, damit ein ruhiges Miteinander im Stall möglich ist und wir uns frei bewegen können, auch wenn die Muttertiere frisch gekalbt haben. Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage dafür.» Ihren Arbeitsstil beschreibt Alexandra denn auch liebevoll, verantwortungsbewusst und flexibel, um möglichst gut auf ihre Schützlinge eingehen zu können. Bei den Geburten ist Alexandra, wenn immer möglich, dabei: «Manchmal brauchen vor allem die jüngeren Milchkühe Geburtshilfe. Je älter eine Kuh ist, desto besser weiss sie Bescheid. Natürlich gibt es auch die Tiere, die allein sein wollen, die gebären dann meist in der Nacht, wenn niemand von uns im Stall ist.»

«Die Konsumentinnen und Konsumenten unterstützen eine Tierhaltungsform, die der Milchkuh und ihrem Kalb mehr Wertschätzung schenkt. Diese Milch kann man mit gutem Gewissen trinken, denn sie wurde mit Respekt vor dem Tierwohl und dem Genussmittel Milch hergestellt.»
- «Milchgenuss mit Respekt»-Bäuerin Alexandra Maier aus Rubigen BE -
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Kälberaufzucht am Euter – schon lange ein Thema
«Wir lassen die Kälber schon lange (ca.10 Jahre) an den Kühen trinken. Dies ist für uns persönlich der Inbegriff von artgerechter Tierhaltung. Das Projekt – «Milchgenuss mit Respekt» – motiviert uns, die Arbeit mit den Kühen und die Milchproduktion noch besser zu machen und konsequent alle Kälber (auch die männlichen) auf dem Betrieb grosszuziehen.» Natürlich birgt so ein Projekt auch Herausforderungen, wie Alexandra erzählt: «Es ist anspruchsvoll, dass alle Kühe mitmachen und uns ihre Milch auch geben, sich melken lassen, wenn sie ihr Kalb dabeihaben. Denn Kühe können ihre Milch im Melkstand zurückbehalten. Zudem ist der Betreuungsaufwand höher und die Individualität der Kühe macht sich stärker bemerkbar – was natürlich auch spannend und schön ist.»

 

Du möchtest mehr über Alexandra und ihren Hof erfahren? Dann schau dir das Erklärvideo an.